GUILLAUME BRESSON

NEW PAINTINGS

31.10 - 20.12.2008


TEXT (DE)    TEXT (EN)

GUILLAUME BRESSON
Guillaume Bresson benutzt die sehr alte Technik der Grisaille, das klassische Repertoire der „expression des passions“, indem er sich insbesondere von den Kompositionen eines Poussins inspirieren lässt, um ein Tableau der zeitgenössischen Historie zu erzeugen, das von urbaner Gewalttätigkeit zeugt. Jede Pose, jede Geste, jeder Ausdruck bedeuten für Bresson das Objekt einer vorbereitenden Arbeit von seltener Genauigkeit. Der Künstler lässt Schauspieler posieren, denen er jedes Kostüm und jedes Accessoire vorschreibt. Die einzelnen Fotografien, die er davon macht, werden danach zu einer großen Komposition vereint, vor dem Malen entstehen Studien und danach das endgültige Gemälde. Der theatrale Charakter, den diese Vorgehensweise seinen Bildern gibt, und der unwillkürlich an die überzogenen Posen eines Jeff Wall erinnern lässt, führt erstaunlicherweise zu einer Distanz von der Realität und zu einer andersartigen Auffassung, es geht dabei weniger um Aktualität, als um eine sich erzeugende Historie. Dort, wo das Fernsehen und die Massenmedien nur absurde Gewalt zeigen, gibt uns der Umweg über die Malerei vielleicht zu erkennen – und auf einen Schlag weniger schwierig zu verstehen – was die Aufrührer in den Straßen als Epos in den Aktionen ansehen, was von weitem gesehen nur als lächerlich und skandalös erscheint.

GUILLAUME BRESSON
The work of Guillaume Bresson uses the very old technique of grisaille, the classical repertoire of the expression of passions and is also inspired by the compositions of Poussin to design contemporary history paintings dealing with urban violence. Every attitude, every move and expression is planned down to the smallest detail. The artist has actors posing with clothing and accessories chosen by him; the photographs are then assembled to set the composition of the picture first as painted studies and then the final painting. This process gives a theatrical mood to his paintings, with a Jeff Wallish idea of exaggerated poses, a distance is created from reality and forces you to reconsider the situation, not as news but as history in the making. When TV and mass media show only meaningless violence, painting might help us to see – and therefore to understand less poorly – what the rioters could consider as epic actions that looked foolish and scandalous as seen from afar.