Michael Biber, Frauke Dannert, Daniel Grüttner, Matthias Hesselbacher, Rémy Hysbergue, David Kroell

Dem Frühling entgegen

28 February - 11 March 2017


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Michael Bibers Arbeiten zeichnen sich durch eine Schichtung unterschiedlichster Ebenen und Elemente aus: So ist sowohl das Abstrakte, wie auch das Figürliche in seinen Bildern und Collagen präsent, während sich gleichzeitig eine Spannung zwischen Realität und Fiktion entwickelt. Mit dem Medium der Frottage vollzieht er eine eigene Form der künstlerischen Forschung, In den Arbeiten würde erkennbar, so die Begründung, dass die scheinbar gegensätzlichen ästhetischen Bereiche nicht voneinander trennbar sind.

Frauke Dannert greift in ihren Collagen auf scheinbar nachrangige Alltagsmaterialien zurück. Aus zahlreichen Einzelteilen formt sie ein Bild und setzt der Entropie der Bildwelt eine Ordnung entgegen. Fotokopien, Bilder aus dem Internet und Zeitungsausschnitte, also Bilder, die eine Funktion hatten und durch unendliche Reproduktion entwertet wurden, erhalten durch die Collagen eine neue Bedeutung und einen neuen Wert…

Zeichnung ist in den Bildern von Daniel Grüttner sehr präsent. Er zeichnet zunächst seinen Bildraum, den er später mit Farbe füllt. Darüber hinaus öffnen unvorhersehbare und unberechente freie Gesten andere Möglichkeiten. Mit Raster, Gatter, Überblendungen,, seiner gezwungenen und exzessiven Farbmischung hat er seine zahlreichen künstlerischen Einflüsse in einen absolut zeitgenössischen Ausdruck übersetzt.

Matthias Hesselbacher, der sich mit seinen Experimenten im Zusammenhang mit der Drucktechnik beschäftigt, hinterfragt den vom Körper zurückgelassenen Ausdruck oder die Spur, Zeichen des physischen Seins. Nach einer Reihe von Abzügen, die auch als Rohstoff für Collagen ausgeschnitten werden konnten, ist es heute die Leinwand, die der Künstler mit der Presse verarbeitet, um eine sehr persönliche Interpretation des Künstler Selbstbildnis zu liefern.

Rémy Hysbergue nutzt die Kunstgeschichte und seine aufmerksame Beobachtung der Gegenwartskunst als Werkzeugkisten, wo er Themen und Motive aufgreift, die er isoliert und verdreht, um ein polymorphes und ziemlich kühnes Œuvre aufzubauen, da es jede sofortige Identifikation vermeidet. Es gibt jedoch einige Konstanten, wie die Verwendung von industriellen Materialien, deren glatte Oberflächen erlauben ihm, den Schuss der Leinwand zu umgehen, um das Gemälde zu zeigen, und nur das Gemälde … außer für seine hier präsentierten neuesten Werke!

David Kroell arbeitet mit minimalen räumlichen Interventionen, mit kleinen Eingriffen, Resten, Veränderungsprozessen, die dazu anregen, genauer hinzusehen. Seine Ausstellungen werden – an der Grenze zwischen Raum, Zeit/Prozess und Besucher – zum ›Material‹, das skulptural geformt und seiner Eigendynamik überlassen wird.

Michael Biber‘s work is characterized by a layering of different levels and elements: both the abstract and the figurative are present in his pictures and collages, while a tension develops between reality and fiction. Experimenting technics and how to combine them (frottage, collage, painting, spray, sculpture…), he carries out his own form of artistic research.

For her collages, Frauke Dannert uses everyday materials: photocopies, images from the Internet and newspaper cut-outs, devalued in a process of infinite reproduction. The image carriers, paper, old wood, copper or press boards are always involved with their materiality and color. Dannert’s reflects the aesthetic, historical and social meaning of ideal architectures and question so the perception of space.

Drawing is very present in Daniel Grüttner’s paintings. He first draws to organize his pictorial space, which he later fills with color. In addition to this, unpredictable and uncalculated free gestures open other possibilities. With his grids, gates, fading outs, his forced and excessive color mix, he has translated his numerous artistic influences into an absolutely contemporary expression.

Matthias Hesselbacher, carrying on his experimentation related to printing technics, questions the notion of print or trace left by the body, signs of our physical being. After a series of prints that also could be teared up to served as raw material for collages, it’s the canvas today that the artist handles with the press to provide a very personal interpretation of the artist’s self-portrait.

Rémy Hysbergue uses the art history and the attentive observation of the contemporary art as toolboxes where he picks up themes and motives, which he isolates and twists, to build a polymorphic and quite bold oeuvre, since it avoids any immediate identification. There are some constants though, such as the exclusive use of industrial materials, whose smooth surfaces allow him to overcome the canvas weft to show the painting, and only the painting… except for his latest works presented in our show!

David Kroell interacts with the space by spatial interventions, minimal intrusions, and leftovers, traces that stimulate to look closer. His exhibitions become his “material”, which is shaped and left to its own dynamics: walls “peel” in the course of the exhibition, soils show the movements of the visitors, architectural details become imperceptible – useless. Kroell focuses on the Invisible, the Unseen and the Unheeded…