ANDY WAUMAN

THE QUOTA COPIES

14.11 - 20.01.2010


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THE QUOTA COPIES

Ein Rudel schwarzer Buchstaben. Es formiert sich immer wieder neu, doch die Botschaft bleibt die Gleiche: Soul Killers Don’t Quit und Hate Delivers Majority. Die Buchstaben sind frei, wenn sie sich neu formieren. In ihrem Dasein in Zeitungen, den Medienmaschinerien, jenen Seelen tötenden Killern, sind sie zum Abdruck einer angeblichen Wahrheit gezwungen. Aber was ist Wahrheit? Zeigt die Kopie nicht manchmal mehr Authentizität, als das vermeintliche Original? Sind wir uns ursprünglichen Bedeutungen überhaupt noch bewusst, in einer von verfälschten Botschaften bedrohten Gesellschaft?
Andy Wauman thematisiert genau diese Fragen. Er ist ein Mann sowohl vieler als auch weniger Worte: Sprache spielt in seiner Arbeit eine wichtige Rolle – seine Werke „bestehen“ quasi aus Sprache – doch sind sie stets sparsam-betont verwendet. Die Werke bleiben klar und schlicht, ohne dabei minimalistisch zu wirken. Auf das Wesentliche reduziert ist auch der Farbgebrauch: In Schwarz und Weiss zeigt sich die Welt von Andy Wauman, denn genau in dieser Polarisierung können sich die Gegensätze „Kunst“ und „Sprache“ am besten entfalten. Waumans Fokus liegt auf dem Spiel mit Wörtern und Symbolen, die in den Medien und der Popkultur über- und missbraucht wurden. Er recycelt diese Begrifflichkeiten, erschafft neue Bedeutungen oder führt zu ursprünglichen Wortbedeutungen zurück.
Im mittleren Korridor der Galerie befinden sich drei Pins – überdimensionierte Versionen von Ansteckbuttons, Symbolen von Selbstausdruck und Identität, politischem Statement und Rebellion. Der Bereich des Alltagsroutine, der uns täglich einen Teil unserer Freiheit raubt – die Rob Zone, die Welt, die uns von den Medien vorgegaukelt wird: Almost Real, oder das 4th Reich, die Diktatur des Konsums, in der wir uns längst befinden, dargestellt durch einen Barcode.
Wauman entwickelt in seinen Arbeiten eine eigene, knapp gehaltene poetische Sprache, eine Sprache, die man kategorisch gesprochen am ehesten als Post-gebrochenes Englisch bezeichnen könnte: Dance Wires Rose Thorns. Als „poetical terrorist“, wie Wauman sich selbst bezeichnet, reanimiert er durch seine assoziativen Wortspiele so die Kraft des Alltäglichen und Allgegenwärtigen. Ein Aufruf zur Wiederentdeckung von sozialer Energie, Freiheit und auch Anarchie. Der Betracher soll durch die Konfrontation mit fragmentierten und pointierten Wortspielen und Haikus eigene Werte hinterfragen, vorgefertigte Ideen überdenken um bis dato für wahr Gehaltenes, auf die eigentliche Authentizität hin untersuchen.

THE QUOTA COPIES

A pack of black letters. They re-form themselves over and over, but the message stays the same: Soul Killers Don’t Quit and Hate Delivers Majority. The letters are free when they find a new form. In their existence in the media machinery, those very Soul killers, they have to copy apparent truth. But what is truth anyways? Can a copy possibly be more authentic, than the assumed original? Are we still aware of authentic meanings in a society manaced by distorted messages?
Andy Wauman tackles these very issues. He is a man of both, many and few words: Language figures prominently in his work – his works „consists“ of language so to speak– but word are always used moderately, yet emphatically. His works maintain a clear and simple nature, without becoming minimalistic. His use of colour is reduced to the essential: black and white are pretty much the only colours available in Wauman’s World. In this polarisation ,the opposites „art“ and „language“ can develop the best. Wauman focuses on playing with words and symbols that have been overused and missused in media and popular culture. He recycles terminological concepts, creates new concepts and leads us back to original meanings.
The three pins in the middle corridor are oversized versions of those buttons that became symbols of self-expression and identity, political statement and revolt. The zone of daily routine that steals a part of our freedom – the Rob Zone, the world simulated by the media: Almost Real, or the 4th Reich, the dictatorship of consumption in that we find ourselves already in, typified by a bar code.
Waumans developes his own poetical language, a language, that categorically spoken probably could be best described as post-broken English: Dance Wires Rose Thorns. Wauman, who calles himself a „poetical terrorist“, reanimates through his associative word games the power of the ordinary and ubiquitous. Invoking the rediscovery of social energy, freedom and anarchy. Confrontated with Waumans fragmented and pointed words and haikus, the viewer shall question his own values and presupposed ideas to then look into existing concepts, in a search for true authenticity.