DAVID KROELL

STRIPPING

18.03 - 23.04.2016


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Jede Zeit hinterlässt einen Abdruck, wirft einen Schatten in Richtung Zukunft.

Am Ausgangspunkt des Prozesses, den David Kroell in seiner Ausstellung »stripping« entfaltet, steht ein Raum, der ›bildhauerisch‹ bearbeitet, eine Wand, die Schicht für Schicht ›gehäutet‹ wurde: die Wand einer typischen Wohnung, abgetragen, von der Raufasertapete bis zum blanken Putz, von Segment zu Segment in der Zeit zurück – Sedimente eines Zuhauses. Die Häutung der Wand legt Vergangenes frei und bezeugt, wie Geschmack sich verändert – eine Archäologie des Gelebten, Bewohnten, Behausten. Zeichen der Zeit.

David Kroell, *1985, arbeitet mit minimalen räumlichen Interventionen, mit kleinen Eingriffen, Resten, Veränderungsprozessen, die dazu anregen, genauer hinzusehen. Seine Ausstellungen werden – an der Grenze zwischen Raum, Zeit/Prozess und Besucher_in – zum ›Material‹, das skulptural geformt und seiner Eigendynamik überlassen wird: Wände »häuten« sich im Laufe der Ausstellung selbst, Böden zeichnen die Bewegungen der Besucher_innen auf, architektonische Details werden nahtlos – zwecklos – in die Decken des Raumes eingepasst etc. Kroells Arbeiten rücken das Unsichtbare, Ungesehene, Unbeachtete in den Fokus der Aufmerksamkeit. Sobald es beachtet wird, wird sich die Wahrnehmung ändern und leicht – fast heimlich –, aber spürbar zu zittern beginnen.

The starting point of David Kroell’s upcoming exhibition „Stripping“ is a room that he „sculpturally“ treated, a wall that he that he “skinned” layer by layer, from woodchip paper to bare plaster, from one segment of time to an older one – sediments of an home. This peeling process exposes the past and witnessed how tastes change over decades archaeology of living, housing and rehousing – Signs of time.

With his minimal spatial interventions, little intrusions, residues, changes, David Kroell (born 1985) encourage to look closer. His exhibitions become his “material”, which is shaped and left to its own dynamics: walls “peel” in the course of the exhibition, soils show the movements of the visitors, architectural details become imperceptible – useless – fitted into the ceiling of the room, etc. Kroell focuses on the Invisible, the Unseen and the Unheeded…